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Bericht über die 1. Projektwerkstatt am 30./31.1.03 in Pirmasens
Vom 30. bis 31. Januar 2003 hat in Pirmasens die 1. Projektwerkstatt
zum Forschungsfeld Stadtumbau West stattgefunden. An dem Treffen haben
insgesamt 42 Personen teilgenommen, darunter Vertreterinnen und Vertreter
der elf Pilotstädte, der Länder, des Bundesministeriums für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW), des Bundesamtes für Bauwesen
und Raumordnung (BBR) und das Team der Forschungsagentur.
Zielsetzungen der ersten von halbjährlich stattfindenden Projektwerkstätten
im ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West waren:
- gegenseitiges Kennenlernen der Fragestellungen
in den Pilotstädten,
- gegenseitiges Kennenlernen der Akteure in
den Pilotstädten,
- Herstellen bilateraler Kontakte zwischen Städten
mit ähnlichen Problemlagen,
- erster inhaltlicher Erfahrungsaustausch zum
Thema Prozessmanagement im Stadtumbau.
Es wurde deutlich, dass breiter inhaltlicher
Informationsbedarf besteht und eine Vielfalt an Themenstellungen
zu bearbeiten sein wird. Die nächste Werkstatt, voraussichtlich
im Herbst 2003, wird Auftakt für die inhaltlich-vertiefende Diskussion
sein. Die Festlegung der jeweiligen Themenstellungen wird sich aus dem
bei den Pilotstädten bestehenden Diskussionsbedarf ergeben.
Programm und Ergebnisse
Einführung
Nach der Übermittlung des Grußwortes des Bundes durch Herrn
Dr. Preibisch (BMVBW) ging es zunächst darum, die Pilotstädte
mit ihren jeweiligen Stadtumbauproblemen vorzustellen. Dazu hatte die
Forschungsagentur eine Präsentation nach Art einer "Deutschlandreise"
vorbereitet, anhand derer die Städte und ihre jeweilige Stadtumbau-Problematik
vorgestellt wurden.
Vorstellungsrunde, Klärungsbedarf und Erwartungen an das Forschungsfeld
Anschließend stellten sich die Vertreterinnen und Vertreter der
Pilotstädte nebst Ländervertreter/innen und Mitarbeiter/innen
der Dienstleistungsbüros als "Städteteams" vor.
Sie wurden gebeten, ihren aktuellen Klärungsbedarf zum Stadtumbau
und ihre Wünsche an das ExWoSt-Forschungsfeld zu formulieren. Als
dringende Klärungsbedarfe wurden inhaltliche Fragestellungen zu
Stadtumbauthemen benannt und Fragen zum Prozessmanagement, zur Beteiligung
von Akteuren an den Stadtumbauprozessen sowie zu Finanzierungsproblemen
geäußert.
Als Erwartungen an die Projektwerkstätten wurde in erster Linie
der Austausch zwischen den Pilotstädten genannt. Darüber hinaus
wird von den Werkstätten Hilfestellung bei konkreten inhaltlichen
Aufgabenstellungen erwartet. Die Erwartungen an das gesamte Forschungsfeld
richten sich generell auf den Gewinn neuer Erkenntnisse hinsichtlich
geeigneter Instrumente und Fördermöglichkeiten zur Bewältigung
des Stadtumbaus.
Rollenspiel: Visionen, ökonomische Zwänge und ihre Abwägung
In einem anschließenden Rollenspiel mit den Rollen Bürger,
Visionäre, Investoren und Experten wurde das Ziel verfolgt, die
Teilnehmer/innen aus ihren Alltagskontexten herauszuholen, um grundsätzliche
Fragestellungen an den Stadtumbau in Westdeutschland zu thematisieren.
Im Rahmen dieses Werkstattelementes konnte u.a.
herausgearbeitet werden,
- dass die Zukunft der Innenstädte bei
vielen Akteuren eine herausragende Rolle spielt,
- dass Strategien wie "Brachflächen
der Natur überlassen" oder "Zwischennutzung von Flächen"
in den Visionen einen erheblich größeren Raum einnehmen,
als in den konkreten Stadtumbauprozessen der Pilotstädte erkennbar
wird,
- dass Finanzierungsaspekte die Haupthindernisse
für die Umsetzung der Visionen darstellen,
- dass die Unsicherheit bei der Abschätzung
der zukünftigen Entwicklung eine hohe Flexibilität bei Konzepten
wie Gebäuden erfordert.
Gruppenarbeit Prozessmanagement
Die Gruppenarbeit zum Themenbereich Prozessmanagement diente dem Austausch
der Pilotstädte über die jeweilige Vorgehensweise bei den
Stadtumbauprozessen sowie der Identifikation von Stolpersteinen bzw.
Erfolgskriterien. Dabei konnte grundsätzlich festgestellt werden,
dass der Verfahrensstand in den Pilotstädten sehr unterschiedlich
ist und der Großteil der Pilotstädte erst am Anfang des Entwicklungsprozesses
steht.
Als allgemeine Erfolgskriterien für die
Stadtumbauprozesse wurden folgende Aspekte gesehen:
- breite Beteiligung der Bevölkerung insb.
der Bewohner/innen der vom Stadtumbau betroffenen Stadtgebiete,
- geeignete Beteiligung der Wohnungswirtschaft,
- geeignete Beteiligung der Politik,
- Überwindung der Finanzierungsproblematik
(insb. Haushaltslage),
- Schaffung einer öffentlichprivaten Verantwortungspartnerschaft,
- systematische Überlegung, wer wann wie
von wem informiert wird,
- hohe Flexibilität der Steuerung, je
konkreter die Impulsprojekte werden.
Forschungsagentur Stadtumbau West, im Februar
2003


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