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Tagungsergebnisse zum 4. Fachöffentlichen Forum im ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West am 21./22.09.06 im Anthroposophischen Zentrum in Kassel-Wilhelmshöhe
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Stadtumbau beinhaltet den Umgang mit nicht oder untergenutzten Gebäuden und Flächen. Diese sind in der Regel nicht im Eigentum der Kommune und können angesichts der Menge und Größe sowie der kommunalen Haushaltslage auch nicht von ihr erworben werden. Die Erfahrungen zeigen, dass Stadtumbau nur in enger Zusammenarbeit mit Immobilien- und Grundstückseigentümern gelingen kann. Oftmals stellt sich heraus, dass zunächst erst ein Eigentümerwechsel von Flächen und Immobilien initiiert werden muss, um einen Fortschritt im Stadtumbau erzielen zu können. Gelegentlich kann es auch von Bedeutung sein, die Nutzer der betroffenen Immobilien (z.B. Betreiber von sozialen Einrichtungen und Mieter von Einzelhandels- und Geschäftsflächen) für den Stadtumbau zu gewinnen, um auf diesem Wege Eigentümer zu einer Investition im Stadtumbau anzuregen. Diese Akteure sind daher ebenfalls wichtige Kooperationspartner der Kommune im Stadtumbau. Aufgrund der Heterogenität der Interessen und Gestaltungsmöglichkeiten der für den Stadtumbau wichtigen Partner müssen jeweils spezifische Kooperationsformen für definierte Stadtumbau-Aufgaben entwickelt werden. Dies war der Hintergrund für die Auswahl des Themenschwerpunktes "Die Zusammenarbeit mit Eigentümern im Stadtumbau" und Basis der Veranstaltungskonzeption. Bei den Eigentümern kann grundsätzlich zwischen institutionellen Eigentümern wie z.B. Wohnungsbaugenossenschaften und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften und privaten Kleineigentümern unterschieden werden. Bei diesen beiden großen Eigentümergruppen lassen sich noch weitere Differenzierungen vornehmen, die bei näherer Betrachtung zeigen, dass die Kommunen mit sehr unterschiedlichen Bewirtschaftungslogiken von Eigentümern im Stadtumbau konfrontiert sind. Das Veranstaltungskonzept berücksichtigt diese Unterschiedlichkeit, indem in Themenblöcken nach der Zusammenarbeit mit privaten Eigentümern und der Wohnungswirtschaft getrennt wird. Einleitende Reden und Präsentationen: Dr. Ulrich Hatzfeld, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hob zu Beginn seiner Rede "Stadtumbau - ein Kooperationsprozess öffentlicher und privater Akteure" hervor, dass sich die Planungskultur in Deutschland im europäischen Vergleich durch ein hohes Maß an Kommunikation und Kooperation zwischen den staatlichen Ebenen und mit den privaten Akteuren auszeichne. Dies sei sicherlich auch auf die verfassungsrechtliche Verankerung der kommunalen Planungshoheit zurückzuführen, die garantiere, dass bei den Kommunikations- und Kooperationsprozessen hohe Kompetenz und gute Lokalkenntnis einfließe. Das ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West sei als Indiz für das gute Zusammenspiel von Bund, Ländern und Gemeinden zu werten: Die staatliche Förderung erfolge durch gemeinsame finanzielle Anstrengung, der Erfahrungsaustausch würde von Akteuren des Bundes, der Länder und der Pilotkommunen in Projektwerkstätten vorgenommen, von denen bereits sieben durchgeführt wurden. Und auch der Wissenstransfer in die Fachöffentlichkeit durch Fachöffentliche Foren gelänge besonders gut, weil Bund, Länder und Kommunen gemeinsam Erfahrungen zur Diskussion stellten. Das 2004 gestartete Regelprogramm Stadtumbau West folge derselben Philosophie und besitze für den Bund eine hohe Bedeutung, was nicht zuletzt an einer Aufstockung von 16 Mio. EUR in 2006 und an der geplanten Erhöhung der Programmmittel bis 2009 abgelesen werden könne. Außerdem sei das Städtebauförderprogramm Stadtumbau West in besonderer Weise als experimentell einzustufen, weil es die Erprobung neuer Ideen, neuer Themen und neuer Vorgehensweisen zuließe. Die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren im Stadtumbau bezeichnete Herr Dr. Hatzfeld als eines seiner Lieblingsthemen: Die Kooperation mit der Wohnungswirtschaft funktioniere dabei schon ganz gut, in Bezug auf andere institutionelle und private Akteure seien aber noch neue strategische Allianzen zu entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit gelte es der Kooperation mit großen Immobilienunternehmen, dem Handel und den privaten Eigentümern zu widmen. Wie das im konkreten zu organisieren sei, stünde gerade deswegen im Mittelpunkt des Fachöffentlichen Forums 2006. Rudolf Raabe, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung erläuterte in seinem Vortrag "Integration privater Akteure im Stadtumbau - Erfahrungen aus Hessen" die hessische Stadtumbau- und Förderphilosophie und belegte anhand von Beispielen die Bedeutung der Zusammenarbeit mit privaten Akteuren bei hessischen Vorhaben der Städtebauförderung. Stadtumbau in Hessen sei konfrontiert mit der Teilung der demographischen Entwicklung in einem durch Bevölkerungsrückgang geprägten Norden und von Zuwächsen geprägten Süden. Diese Unterschiedlichkeit der Ausgangslage spiegle sich auch in den Fördermaßnahmen wider, die im Norden Strukturschwäche und Bevölkerungsrückgang thematisierten, im Süden dagegen stärker soziale Segregationsproblematiken. Für Vorhaben im Norden wie im Süden gelte gemeinsam, dass sie vergleichsweise hohen Ansprüchen an interkommunaler Kooperation genügen müssen. Die hohe Bedeutung der Akteursvernetzung in hessischen Programmen lasse sich in besonderer Weise an der Hessischen "Gemeinschaftsinitiative nachhaltige Stadtentwicklung" ablesen, die den öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor zu koordinieren versucht, was sich u.a. in Lenkungskreisen auf Länder- und kommunaler Ebene ausdrückt. Anhand der Fördermaßnahmen Nordwaldeck, Wiesbaden Kostheim-Kastel, Offenbach (ehemaliger MAN-Stadort) sowie ausgewählter "Sozialer Stadt"-Standorte erläuterte Herr Raabe die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren in der städtebaulichen Praxis in Hessen. Die Präsentation finden Sie hier. Martin Karsten, FORUM GmbH gab als Projektleiter der Forschungsagentur Stadtumbau West einen Überblick über "Die Zusammenarbeit mit Eigentümern im Stadtumbau der Pilotstädte im ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West". Er startete seinen Vortrag mit einem Überblick über Eigentümergruppen im Stadtumbau und informelle wie formelle Formen der Kooperation, die in Pilotstädten im Forschungsfeld zur Anwendung kommen. Näher ging er anschließend auf die große Gruppe der institutionellen Eigentümer ein, die in Wohnungsbaugenossenschaften, kommunale Wohnungsbaugesellschaften, Private-Equity-Gesellschaften und Eigentümer von Industrie- und Gewerbebrachen bzw. militärische Konversionsflächen zu unterscheiden seien. Für jede dieser Gruppen beschrieb Herr Karsten Bewirtschaftungsstrategien und Kooperationsformen und erläuterte an einem Beispiel aus dem ExWoSt-Forschungsfeld die Zusammenarbeit. Eine zweite große Eigentümergruppe neben den institutionellen Eigentümern stellen private Eigentümer dar. Bei dieser Gruppe sei wiederum zwischen der besonders schwierigen Gruppe der Eigentümergemeinschaften und privaten Einzeleigentümern zu differenzieren. Anhand von Beispielen berichtete Herr Karsten vom Umgang mit privaten Eigentümern, die er nach der jeweiligen Bewirtschaftungsstrategie in "Bestandsverbesserer", "Bestandserhalter" und "Exit-Strategen" einordnete. Kommunale Mobilisierungsstrategien für diese Bewirtschaftungsstrategien zeigte er anschließend auf. Insgesamt kam er zu dem Fazit, dass mit institutionellen Eigentümern in der Regel geeignete Kooperationsformen zu finden sind, der Stadtumbau mit Eigentümergemeinschaften und privaten Einzeleigentümern allerdings Probleme bereite. Insgesamt zeige diese Bestandsaufnahme, dass es nicht an guten städtebaulichen Lösungen im Stadtumbau fehle, sondern dass angesichts der Marktlage in den Stadtumbau-Städten neue Finanzierungsmodelle entwickelt und erprobt werden müssten, die die Eigentümerstruktur berücksichtigten. Die Präsentation finden Sie hier. Eine fünfseitige Vorab-Kurzfassung eines noch nicht fertigen Sondergutachtens zu privaten Eigentümern im Stadtumbau, das die Forschungsagentur Stadtumbau West erarbeitet hat, findet sich hier.
Zusammenarbeit mit privaten Eigentümern im Stadtumbau
Themenschwerpunkt: Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen im Stadtumbau
Kommune, Eigentümer, Finanzwirtschaft: Wie rechnet sich der Stadtumbau?
Die Ergebnisse des abschließenden Podiumsgesprächs finden Sie hier.
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